Sonntag, 17. Juli 2011
Samstag, 2. Juli 2011
Schauspiel Review (raplog.de)
Schock!
Ich habe das Release – Datum verschlafen. Schauspiel wurde am 15.05. veröffentlicht. Und ich habs nicht mitbekommen. Erst ein Tweet von M-Riebold, einem der beiden Rapper hinter onetime4yaMind, der mich dezent auf den Release hinwies, hat mich hochgeschreckt. Also den Mac angeworfen, iTunes gestartet und los.
Gewohnte Stimm(ungs)lage
Wer onetime4yaMind kennt, der kennt auch die beiden intensiven Stimmen dahinter. Trauma und M-Riebold machen ihren Job. Und den machen sie verdammt gut. Die beiden wehren sich nachhaltig gegen die neuen Tendenzen im HipHop. Obwohl der Hype um Casper und Konsorten erst nach dem Release so richtig einsetzen sollte, bekennen sie sich schonmal vorsorglich als “Zu alt für das Neue”. Dass das nicht altbacken oder altmodisch klingen muss, beweisen die 13 klassisch ausproduzierten Tracks. Sehr reflektiert und zivlisiert geht es zu im Schauspiel. Erholsam. Hier wird nicht geflucht, hier wird argumentiert, gelitten, laut gedacht und erzählt. Manchmal ist es ein bisschen zu spirituell (“Sternenkind”). Man braucht schon etwas Zeit, um in die Texte zu finden, das ist aber eine Stärke des Albums. M-Riebold und Trauma schaffen es, selbst die negativsten Erfahrungen in eine positive Message zu verpacken, so wie in “Verluste”.
Musikalisch
Die Beats sind durchweg klassisch mit teils großartigen Soul – Samples. Nicht altmodisch oder angestaubt. Obwohl viele Köche dabei geholfen haben – Natural Diggers, Maxmiles, Drumatic, Truestatiks, Sterio und Flash Meyer – klingt das Ergebnis wie aus einem Guß. Und zwar homogen, nicht langweilig. Der Großteil der Beats sind ziemlich laid-back und entspannt. Sogar richtig gute Cuts haben es geschafft auf Track 12 – “Nach Dem Match Ist Vor Dem Match”. Klang- und stimmungstechnisch gibt es an dem Album also wenig auszusetzen. Es ist leider nur nicht besonders gut abgemischt worden. Man versteht an manchen Stellen die beiden Rapper nicht gut und das ist mitunter anstrengend.
Einer geht noch
Und nun kommen wir zum einzig echten Kritikpunkt: Warum einen der besten Songs des Albums in einem Hidden-Track (ab 4:49 des letzten Tracks) verstecken? Das haben die beiden schon in ihrem letztjährigen Mixtape “Drehbuch” gemacht. Und das tut dem Song Unrecht. Jede Strophe startet mit einem allbekannten Zitat aus der deutschen Rap – Szene (Stieber Twins, Afrob und Samy Deluxe sowie Dendemann.
Abspann
Ich muss es gestehen. Auch für mich hat das Mixtape “Drehbuch” die Messlatte für die beiden bereits sehr hoch gehängt. und sie haben nicht gerissen. Auf eigenen Beats klingen die Gedanken der beiden genausogut wie auf bereits erprobten. Wenn man die beiden denn akustisch versteht. Das Album ist ein absoluter Volltreffer für Rap – Feinschmecker. Um es auf den Punkt zu bringen: Wer Curse mag, und sich für dessen Alben Zeit genommen hat, kann hier schonmal Urlaub für dieses Werk hier buchen. Danke für dieses grandiose Schauspiel.
Link zum Album bei iTunes: http://itunes.apple.com/de/album/schauspiel/id442931448
Ich habe das Release – Datum verschlafen. Schauspiel wurde am 15.05. veröffentlicht. Und ich habs nicht mitbekommen. Erst ein Tweet von M-Riebold, einem der beiden Rapper hinter onetime4yaMind, der mich dezent auf den Release hinwies, hat mich hochgeschreckt. Also den Mac angeworfen, iTunes gestartet und los.
Gewohnte Stimm(ungs)lage
Wer onetime4yaMind kennt, der kennt auch die beiden intensiven Stimmen dahinter. Trauma und M-Riebold machen ihren Job. Und den machen sie verdammt gut. Die beiden wehren sich nachhaltig gegen die neuen Tendenzen im HipHop. Obwohl der Hype um Casper und Konsorten erst nach dem Release so richtig einsetzen sollte, bekennen sie sich schonmal vorsorglich als “Zu alt für das Neue”. Dass das nicht altbacken oder altmodisch klingen muss, beweisen die 13 klassisch ausproduzierten Tracks. Sehr reflektiert und zivlisiert geht es zu im Schauspiel. Erholsam. Hier wird nicht geflucht, hier wird argumentiert, gelitten, laut gedacht und erzählt. Manchmal ist es ein bisschen zu spirituell (“Sternenkind”). Man braucht schon etwas Zeit, um in die Texte zu finden, das ist aber eine Stärke des Albums. M-Riebold und Trauma schaffen es, selbst die negativsten Erfahrungen in eine positive Message zu verpacken, so wie in “Verluste”.
Musikalisch
Die Beats sind durchweg klassisch mit teils großartigen Soul – Samples. Nicht altmodisch oder angestaubt. Obwohl viele Köche dabei geholfen haben – Natural Diggers, Maxmiles, Drumatic, Truestatiks, Sterio und Flash Meyer – klingt das Ergebnis wie aus einem Guß. Und zwar homogen, nicht langweilig. Der Großteil der Beats sind ziemlich laid-back und entspannt. Sogar richtig gute Cuts haben es geschafft auf Track 12 – “Nach Dem Match Ist Vor Dem Match”. Klang- und stimmungstechnisch gibt es an dem Album also wenig auszusetzen. Es ist leider nur nicht besonders gut abgemischt worden. Man versteht an manchen Stellen die beiden Rapper nicht gut und das ist mitunter anstrengend.
Einer geht noch
Und nun kommen wir zum einzig echten Kritikpunkt: Warum einen der besten Songs des Albums in einem Hidden-Track (ab 4:49 des letzten Tracks) verstecken? Das haben die beiden schon in ihrem letztjährigen Mixtape “Drehbuch” gemacht. Und das tut dem Song Unrecht. Jede Strophe startet mit einem allbekannten Zitat aus der deutschen Rap – Szene (Stieber Twins, Afrob und Samy Deluxe sowie Dendemann.
Abspann
Ich muss es gestehen. Auch für mich hat das Mixtape “Drehbuch” die Messlatte für die beiden bereits sehr hoch gehängt. und sie haben nicht gerissen. Auf eigenen Beats klingen die Gedanken der beiden genausogut wie auf bereits erprobten. Wenn man die beiden denn akustisch versteht. Das Album ist ein absoluter Volltreffer für Rap – Feinschmecker. Um es auf den Punkt zu bringen: Wer Curse mag, und sich für dessen Alben Zeit genommen hat, kann hier schonmal Urlaub für dieses Werk hier buchen. Danke für dieses grandiose Schauspiel.
Link zum Album bei iTunes: http://itunes.apple.com/de/album/schauspiel/id442931448
Schauspiel Review (HipHop-Jam.Net)
Review:
Nach einigen gemeinsamen Tracks, dem "Drehbuch"-Mixtape und etwa drei Jahren Arbeit ist es nun endlich soweit: die beiden Curse-Affiliates M-Riebold und Trauma aka onetime4yaMind veröffentlichen mit "Schauspiel" ihr erstes gemeinsames Album.
Dabei bauen die beiden Protagonisten, die sich im Gegensatz zu so manch anderen Duos allein schon stimmlich markant voneinander unterscheiden und auf diesem Album alles andere als "geschauspielt" wirken, auf einen Soundteppich von größtenteils unbekannten Produzenten, der sich allerdings mehr als nur sehen lassen kann. M-Riebolds Symapthie zu 9th Wonder Beats ist ja seit seinem "Medizin"-Mixtape nichts Neues mehr, doch diesmal ist es auch Beatbastlern wie Natural Diggers, Maxmiles, Sterio, Truestatiks, Drumatic und Flash Meyer gelungen, in eine unglaublich ähnliche Richtung zu gehen und onetime4yaMind mit einem Brett nach dem anderen zu versorgen, auf welchen sich die beiden Rapper sowohl inhaltlich als auch raptechnisch vollends entfalten können. Voll von souligen Einflüssen, Voice-Samples, Cuts und basslastigen Loops geben sich onetime4yaMind sehr persönlich und verarbeiten alte Frauengeschichten ("Was Hat Liebe Damit Zu Tun?", "Traumprinz") und Seelenschmerz ("Staub", "Verluste"), entgegnen dem Magersuchtswahn ("Speisekarte") oder nehmen sich ironischerweise auch mal selbst auf die Schippe und erklären, dass man es als Conscious-Rapper nicht immer einfach bei den Frauen hat ("Kornschiss"). Besonders unter die Haut gehen dabei Titel wie "Sag Mir Nur", auf dem M-Riebold und Trauma über Verlust und Sehnsucht vergangener Liebe sprechen, "Sternenkind", welches von der Frage und der Suche nach Gott handelt sowie die abschließende Nummer "Ozean", worauf die beiden sich sozusagen mit persönlichen Aussagen und Danksagungen rund um Freunde und Familie verabschieden.
"Du bist so weit entfernt von mir / Doch jeder Schlag meines Herzens bringt mich näher zu dir / Und ich les in deinen Büchern um zu lernen von dir / Doch wo du wirklich bist, zeigen mir die Sterne hier." ("Sternenkind")
Spätestens nach diesem Album sollte klar sein, dass es ein gelungenes Unterfangen war, dass sich diese beiden Ausnahmerapper zusammegetan haben, um gemeinsam an die Front zu treten. Mit "Schauspiel" servieren M-Riebold und Trauma aka onetime4yaMind ein klassisches Rap-Album voller Seele und Herz, das sowohl inhaltlich, technisch als auch musikalisch in vollem Umfang überzeugen kann und den Hörer hoffen lässt, dass das nächste Album nicht wieder drei Jahre auf sich warten lässt.
Anspieltipps:
Staub
Was Hat Liebe Damit Zu Tun?
Sag Mir Nur
Sternenkind
www.hiphop-jam.net
Nach einigen gemeinsamen Tracks, dem "Drehbuch"-Mixtape und etwa drei Jahren Arbeit ist es nun endlich soweit: die beiden Curse-Affiliates M-Riebold und Trauma aka onetime4yaMind veröffentlichen mit "Schauspiel" ihr erstes gemeinsames Album.
Dabei bauen die beiden Protagonisten, die sich im Gegensatz zu so manch anderen Duos allein schon stimmlich markant voneinander unterscheiden und auf diesem Album alles andere als "geschauspielt" wirken, auf einen Soundteppich von größtenteils unbekannten Produzenten, der sich allerdings mehr als nur sehen lassen kann. M-Riebolds Symapthie zu 9th Wonder Beats ist ja seit seinem "Medizin"-Mixtape nichts Neues mehr, doch diesmal ist es auch Beatbastlern wie Natural Diggers, Maxmiles, Sterio, Truestatiks, Drumatic und Flash Meyer gelungen, in eine unglaublich ähnliche Richtung zu gehen und onetime4yaMind mit einem Brett nach dem anderen zu versorgen, auf welchen sich die beiden Rapper sowohl inhaltlich als auch raptechnisch vollends entfalten können. Voll von souligen Einflüssen, Voice-Samples, Cuts und basslastigen Loops geben sich onetime4yaMind sehr persönlich und verarbeiten alte Frauengeschichten ("Was Hat Liebe Damit Zu Tun?", "Traumprinz") und Seelenschmerz ("Staub", "Verluste"), entgegnen dem Magersuchtswahn ("Speisekarte") oder nehmen sich ironischerweise auch mal selbst auf die Schippe und erklären, dass man es als Conscious-Rapper nicht immer einfach bei den Frauen hat ("Kornschiss"). Besonders unter die Haut gehen dabei Titel wie "Sag Mir Nur", auf dem M-Riebold und Trauma über Verlust und Sehnsucht vergangener Liebe sprechen, "Sternenkind", welches von der Frage und der Suche nach Gott handelt sowie die abschließende Nummer "Ozean", worauf die beiden sich sozusagen mit persönlichen Aussagen und Danksagungen rund um Freunde und Familie verabschieden.
"Du bist so weit entfernt von mir / Doch jeder Schlag meines Herzens bringt mich näher zu dir / Und ich les in deinen Büchern um zu lernen von dir / Doch wo du wirklich bist, zeigen mir die Sterne hier." ("Sternenkind")
Spätestens nach diesem Album sollte klar sein, dass es ein gelungenes Unterfangen war, dass sich diese beiden Ausnahmerapper zusammegetan haben, um gemeinsam an die Front zu treten. Mit "Schauspiel" servieren M-Riebold und Trauma aka onetime4yaMind ein klassisches Rap-Album voller Seele und Herz, das sowohl inhaltlich, technisch als auch musikalisch in vollem Umfang überzeugen kann und den Hörer hoffen lässt, dass das nächste Album nicht wieder drei Jahre auf sich warten lässt.
Anspieltipps:
Staub
Was Hat Liebe Damit Zu Tun?
Sag Mir Nur
Sternenkind
www.hiphop-jam.net
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